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Investitionen in Immobilienfonds sollten gut überlegt sein

Aktien sind heutzutage sicher nicht mehr unbesehen die optimale Anlagemöglichkeit, wenn man mit Sicherheit eine gute Rendite erzielen will. Aber wie sieht es mit alternativen Anlageformen aus - Fonds zum Beispiel?

"Je höher die Rendite, um so höher das Risiko'", erinnerte iff-Mitarbeiter Achim Tiffe, Fachmann für Altersvorsorge und Kapitalanlagen, in der Sendung DAS! ab 4 am 7. August auf N3 an eine Tatsache, die eigentlich allgemein bekannt sein sollte. Offensichtlich ist sie es aber nicht, sonst gäbe es nicht immer wieder Anleger, die auf zweistellige Gewinnversprechen bei geschlossenen Immobilienfonds hereinfallen. Benötigen sie dann das eingezahlte Geld, gibt es ein böses Erwachen: 25 Prozent Abzüge durch die Fondsgesellschaft sind keine Seltenheit. Als Faustregel gilt, so Tiffe, dass bei einer Inflationsrate von jetzt unter einem Prozent aktuell fünf Prozent eine gute Rendite sind, bei zweistelligen Renditen sollte man misstrauisch werden. Die Bezeichnung "Fonds" ist bei geschlossenen Immobilienfonds eigentlich irreführend, faktisch handelt es sich dabei um die Beteiligung an einem Unternehmen. Für den Anleger bedeutet das, dass er auf 20 Jahre gebunden und nicht oder nur unter sehr schlechten Konditionen an sein Geld herankommen kann. Einen Zweitmarkt für den Verkauf von Beteiligungen an einem geschlossenen Immobilienfonds gibt es selten. Zudem hat er keine Kontrolle, was die Fondsgesellschaft mit dem Kapital macht und ob es sich dabei wirklich um eine sinnvolle Investition handelt. "Die Investition in einen geschlossenen Immobilienfonds ist unter steuerlichen Aspekten sinnvoll oder wenn man sich genau mit der Beteiligung und seinen Initiatoren auskennt. Ein Entscheidungsgrund kann auch die Beteiligungsart an sich sein wie bei Windkraftanlagen, wenn man diese aus eigener Überzeugung unterstützen möchte. Doch auch dieses schützt nicht vor Verlusten oder dubiosen Angeboten, so dass man Angebote von geschlossenen Immobilienfonds immer genau überprüfen sollte. Bleiben Zweifel bestehen, würde ich von einer derartigen Beteiligung abraten", konstatiert Tiffe.

Im Gegensatz zu geschlossenen werden offene Immobilienfonds an der Börse gehandelt und sind jederzeit verkaufbar. Die Fondsgesellschaften investieren dazu in mehrere Objekte, so dass das Risiko für den Anleger geringer ist. Aber auch hier sollte man sich genau informieren, bevor man sein Geld dort investiert, und den Prospekt des Fonds studieren, der den Verlauf des letzten Jahres aufzeigt. Tiffe empfiehlt die Anlage in Immobilienfonds grundsätzlich nur als mittel- bis langfristige Anlage - allerdings nur in offene Immobilienfonds. Dabei muss man bedenken, dass der Markt für Gewerbeimmobilien sich verschlechtert hat und die Prognosen dementsprechend ausfallen. Die Gesellschaften weichen zunehmend auf Objekte in der ganzen Welt aus, deren Qualität und Prognosen für die erfolgreiche Vermietung ein Anleger kaum beurteilen kann. Zudem führt der starke Kauf von Anteilen offener Immobilienfonds dazu, dass diese derzeit viele liquide Mittel haben, so dass sich die Renditen denen von Geldmarktfonds annähern. Auch hier sollte man aufgrund des hohen Ausgabeaufschlages also vorsichtig sein. "Wer bisher keine Anteile an offenenen Immobilienfonds gekauft hat, sollte bei der jetzigen Situation eine Kaufentscheidung überdenken", resümierte Tiffe bei DAS! ab 4, wer bereits welche hat, sollte sie halten und aufmerksam die neu eingeführten Ratings von Standard & Poor's für offene Immobilienfonds verfolgen.


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