Altersvorsorge und Leben im Alter

Das iff arbeitet seit 1999 in dem Forschungsbereich Altersvorsorge, da der Verbraucher mehr und mehr private Vorsorge betreiben muss. Eine Forderung des iff ist es, dass Bürger die Möglichkeit haben sollen, innerhalb von wenigen Minuten drei unterschiedliche Altersvorsorgeangebote miteinander vergleichen zu können. Inzwischen wurde diese auch von der Politik und Gesetzgebung aufgegriffen, indem kurze zweiseitige standardisierte Produktinformationen produktübergreifend eingeführt werden sollen.

Notwendige Flexibilität
Die Erfahrungen des iff zeigen, dass die Anbieter auf die notwendig gewordene Flexibilisierung des Einzelnen bisher zu wenig reagieren. Gerade Altersvorsorge-Produkte, die eine Laufzeit von 50 Jahren und mehr haben, müssen veränderte Lebenssituationen berücksichtigen. Gesetzgebung und Produktanbieter sollten zukünftig darauf achten, dass die geschaffenen Produkte nicht nur für einen fiktiven Durchschnittsbürger, sondern für alle Gruppen geeignet sind. Dazu müssen Modellhaushalte, wie das iff sie zu Grunde legt, weiterentwickelt und verwendet werden.

Lücken in der Gesetzgebung
In den letzten Jahren hat das iff mehrere Forschungsprojekte im Bereich Altersvorsorge durchgeführt: Zum Beispiel für die Bertelsmann Stiftung zum Start der Riester-Rente mit dem Vorsorgereport 2003 und gemeinsam mit dem ZEW und infas zur Transparenz von Riester- und Rüruprente im Jahr 2010 im Auftrag des Bundesfinanzministeriums. Die im Vorsorgereport genannten Lücken in der Gesetzgebung und bei den Produkten wie Verstöße gegen EU-Recht, Kostenintransparenz und Kündigungen bzw. Abbrüche haben sich seit den Jahren der Einführung bestätigt, so dass es zu mehrfachen Nachbesserungen des AltZertG kam.

Ganzheitlicher Ansatz notwendig
Seit 1999 hat es neue Finanzprodukte im Bereich Altersvorsorge wie reverse mortgage, equity release schemes und neue Formen genossenschaftlichen Sparens aus Forschungsperspektive begleitet. Darüber hinaus steht die betriebliche Altersversorgung, nicht staatlich geförderte Geldanlagen wie ETFs und die Immobilie als Alternativen für die eigene Altersvorsorge bei den Forschungsansätzen des iff im Fokus. Denn insgesamt verfolgt das Institut einen ganzheitlichen Ansatz, der sich an den Zielen der Verbraucher, Selbständigen und Kleinunternehmer orientiert und nicht an den durch Produktgruppen und Förderwegen gezogenen Grenzen.

Analyse von Altersvorsorgeprodukten
Seit 1999 hat das iff neue Finanzprodukte im Bereich Altersvorsorge wie reverse mortgage, equity release schemes und neue Formen genossenschaftlichen Sparens aus Forschungsperspektive begleitet. Bei der Analyse von Altersvorsorgeprodukten durch das iff werden Risiko- und Renditeangaben sowie Produktinformationen bewertet und bundesweit Altersvorsorgeberatung im Rahmen von mystery shopping getestet. Die Analysekonzepte beziehen juristische, ökonomische und soziologische Sichtweisen mit ein, Das iff arbeitet bei der Produktanalyse mit dem SALIS-Konzept, welches bei den Produkten neben der Sicherheit (Security), der Liquidität (Liquidity) und der Rendite (Interest Rate) auch die Fragen der Erreichbarkeit (Access) und der sozialen Verantwortung (Social Responsibility) untersucht. Das iff verfolgt dabei zudem einen gruppenspezifischen Ansatz, in dem es sich problematische und durchbrochene Lebensläufe ansieht und Produkte anhand möglicher Lebensverläufen testet.