Beratungsqualität und Finanzinformation

Produktinformationsblatt 2009 - Beispiel Mischfonds
Produktinformationsblatt 2012 - Altersvorsorgeprodukte BMF
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Kunden nutzen Fi­nanz­dienst­leistungen, um in­di­vi­duelle Ziele zu erreichen. In der Fi­nanz­beratung bei Banken sowie Ver­braucherzentralen ist es daher entscheidend, dass Berater die unterschiedlichen Situationen der Kunden berücksichtigen und ihnen Fi­nanz­dienstleistungen anbieten, mit denen sie ihre Ziele erreichen.

Perspektive der Kunden
Das iff bewertet Be­ratungsqualität im Sinne eines ganz­heitlichen Ansatzes, der sich an den Zie­len der Ver­braucher, Selbst­ständigen und Klein­unternehmer orientiert, und bei dem die Bedarfsorientierung im Mittelpunkt steht. Neben einer themen­spezifischen Beratung (bei­spielsweise zur Geldanlage oder zu Krediten) sollten Verbraucher im Rahmen einer ganz­heitlichen Be­ratung auf Wunsch auch zu anderen Fi­nanz­dienst­leistungen (beispielsweise Alters­vorsorge und Versicherungen) beraten werden. Die Beratung soll nach Auffassung des iff unabhängig von den Provisionsaussichten des Beraters erfolgen.

Projekte zur Beratungsqualität
In mehreren Forschungsprojekten hat das iff die Finanzberatung von verschiedenen Organisationen evaluiert. So wurde die über einen unabhängigen Beratungsdienst angebotene Beratung zu Kon­su­ment­enkrediten für Kunden der CreditPlus Bank bewertet. Ebenso hat das iff in einer umfassenden Studie die Fi­nanz­beratung einer Ver­brau­cher­zentrale untersucht. In einem weiteren Projekt wurden die Qualitätsstandards in Schuld­nerberatungsstellen analysiert. Das iff greift häufig auf die Methode des Mystery Shoppings zurück, um die Qualität der Fi­nanz­beratung in der Praxis auf die Probe zu stellen. Die Ana­lysekonzepte beziehen juristische, ökonomische und soziologische Sichtweisen ein.

Modell für Produktinformationsblätter
Die Finanzinformation ist ein wesentlicher Bestandteil der Beratung. Schon früh entwickelte das iff ein eigenes Konzept für Produktinformationsblätter in der Geldanlage. Im Rahmen des Consultings einer Bank entstanden Produktinformationsblätter, mit deren Hilfe Kunden innerhalb der Beratung über wesentliche Merkmale und Risiken von einzelnen Produkten unterschiedlicher Art informiert werden. So wird anhand einer Finanzampel graphisch dargestellt, inwiefern das Produkt für verschiedene Zwecke wie die Anlage einer eisernen Reserve, Zielsparen, Altersvorsorge, Vermögensaufbau oder Spekulation geeignet ist. Ebenso wird das Insolvenzrisiko farblich abgebildet. Nach den Prinzipien des iff zu Produktinformationen müssen Produktinformationsblätter unter anderem einfach, kurz und vollständig sein. Zudem sollen sie einheitlich aufgebaut sein, damit Produkte vergleichbar sind. Sie sollen Kompetenzunterschiede der Verbraucher berücksichtigen, können aber eine individuelle Beratung nicht ersetzen.