Social Banking

Social Banking bezeichnet die Entwicklung und Verbesserung von Finanzdienstleistungen, mit denen Gewinn bringend wirtschaftliche Strukturen benachteiligter Gebiete, Gruppen und Wirtschaftsbereiche erfolgreich erhalten und gefördert werden. Eine inhaltliche Abgrenzung der Begriffe Social Banking und Social Investment sowie eine theoretische Fundierung nimmt Prof. Udo Reifner in seinem Artikel "Social Banking - Ansätze und Erfahrungen über die Integration sozialer Ziel­setzungen in privat­wirt­schaftliche Finanz­dienst­leistungen" vor.

Banking for People
Das iff beschäftigte sich bereits früh mit diesem Forschungsgebiet. Im Jahr 1992 erschien mit dem Buch „Banking for People“ ein grundlegendes Nachschlagewerk zum Social Banking, herausgegeben von Prof. Udo Reifner und Janet Ford. Aus einem Projekt für die Europäische Kommission, bei dem Regulierungsmöglichkeiten zur Stärkung von sozialer Verantwortung bei Kreditinstituten in der EU geprüft wurden, entstand das Buch „The Social Responsibility of Credit Institutions in the EU“.

Best Practice im Kreditgeschäft
In einer im Jahr 2008 für den Verbraucherzentrale Bundesverband angefertigten Studie untersuchte das iff die Corporate Social Responsibility in der Bankenpraxis und zeigte Best Practices beim verantwortlichen Kreditgeschäft auf. Gemeinsam mit dem britischen Centre for Economic and Social Inclusion arbeitet das Institut darüber hinaus an einer Studie, in der Indikatoren einer verantwortlichen Kreditvergabe bestimmt werden.

Banken und Ethik als Forschungsobjekt
Aktuell plant das iff ein Projekt zum Thema Banken und Ethik. In diesem Projekt soll untersucht werden, wie und in welchen Zusammenhängen Banken und andere Anbieter von Finanzdienstleistungen ethische und moralische Diskurse verwenden. Basierend auf der Analyse in den vier beteiligten Disziplinen Soziologie, Recht, Volkswirtschaftslehre und Betriebswirtschaftslehre soll insbesondere die funktionale Berufung auf Ethik erforscht werden. Dies geschieht in verschiedenen Analysebereichen. Hierzu gehören die Bereiche ethisches Investment, Corporate Governance und Corporate Social Responsibilty sowie verantwortliche Kreditvergabe. Durch die Bildung von Indikatoren und die Zuordnung zu Kategorien sollen die ethischen Diskurse im Bankgeschäft ausgewertet werden.