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Die Rente aus Stein

Wie man sein Einkommen erhöhen und trotzdem in den gewohnten vier Wänden bleiben kann

Umkehrhypothek, Leibrente, Immobilienrente, Rente aus Stein, Kapitalverzehr

Nicht genug Rente aber eine Immobilie besitzen – das muss nicht darin münden, dass man sein zu Hause verlassen und verkaufen muss, um seinen Lebensstandard zu halten. Ein Ausweg bietet die Immobilienrente. Das Interesse daran nimmt zwar merklich zu, noch ist sie aber die Ausnahme. Lediglich zwei Anbieter bieten bundesweit Lösungen an, die Deutsche Leibrente AG und die Stiftung Liebenau.

Vor allem wohlhabendere Rentner, die niemanden haben, dem sie etwas vererben können oder wollen nehmen sie bislang in Anspruch. Die Zusatzrente dient dann auch nicht dazu, den Lebensunterhalt zu sichern, sondern eher dafür, zusätzliche Wünsche zu realisieren, etwas eine Weltreise oder ein kulturelles Spitzenereignis.

Dabei kann sie ein Teil der Antwort auf die sich abzeichnende Rentenlücke darstellen. Aufgrund der niedrigen Zinsen und mangelnden Anlagealternativen sorgen immer mehr Deutsche in Beton vor. Viele von Ihnen aber fehlt das zweite Standbein, d.h. eine weitere Vorsorge für eine zusätzliche Rente im Alter. Die demografische Großwetterlage verschlechtert sich, die umlagefinanzierte Rente, die darauf baut, dass die arbeitende Generation die Rentnergeneration finanziert, wird in Zukunft immer weniger des letzten Lebensstandards sichern (Siehe dazu Werding, 2018).

Der Markt ist wenig reguliert. Im Wesentlichen handelt es sich aber um nichts anderes, als einen ganz normalen, notariellen Verkaufsvertrag mit einem erstrangig eingetragenen Wohnrecht. Man kann also auch einen Vertrag mit einem geeigneten Käufer aus dem persönlichen Umfeld schließen und muss sich nicht zwangsläufig an einen der beiden deutschlandweit operierenden Anbieter halten.

Allerdings gibt es einige Aspekte, die bei einer Immobilienrente zu beachten sind. Das iff hat in zwei Studien für die Europäische Kommission die wesentlichen Eigenheiten der Immobilienrente herausgearbeitet (iff 2010, iff 2018). Für Verbraucher hat das iff eine Online-Broschüre erarbeitet, die ein erster Leitfaden für diejenigen darstellt, für die sich das interessant anhört. In jedem Fall gilt es aber, einen unabhängigen Berater hinzuzuziehen, der einem bei der Ausgestaltung berät – wie z.B. einem Honorarberater oder einen Mitarbeiter der Verbraucherzentralen.

Derzeit geht die deutsche Rentendebatte noch vollkommen an der Immobilienrente vorbei. Während in anderen Ländern die Rahmenbedingungen gesetzt wurden, um den Menschen diese Option zugänglich zu machen, wartet man in Deutschland weiterhin selbst auf eine staatliche Garantie für den Fall, das Immobilienrentenanbieter Konkurs anmelden müssen. Eine wichtige Rentenoption wird so Teil des unregulierten „grauen Marktes“.

Das iff hat in einer Studie für die Europäische Kommission 2010 und 2018 die Immobilienrente analysiert

 
Dr. Dirk Ulbricht

Dr. Dirk Ulbricht

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