Überschuldungsradar 48:
Überschuldungsrisiko messbar machen: Neue Instrumente zur Messung finanzieller Fragilität
Finanzielle Fragilität als Gegenstück zur finanziellen Resilienz dient im Überschuldungsradar 48 als Ausgangspunkt der Betrachtung der finanziellen Situation von Haushalten und ermöglicht zugleich die Identifikation von Überschuldungsrisiken. Diese Perspektive legt einen Ansatz nahe, der die breite Gesellschaft in den Fokus nimmt. Auf die finanzielle Fragilität wirken verschiedene Einflussfaktoren, zu deren systematischen Erfassung es empirische Forschung braucht. Entsprechend wurden verschiedene Fragebogeninstrumente zur Messung und Erhebung finanzieller Fragilität entwickelt. Motivation zur Erfassung stellt die Vermeidung von Krisen, die Entwicklung von Frühwarnsystemen sowie die Unterstützung bei der Weiterentwicklung von Finanzprodukten und Dienstleistungen dar.
Das Radar von Dieter Korczak stellt gängige Fragebogeninstrumente einander gegenüber, darunter den Liquiditäts-Check des G20/OECD-Katalogs oder den FinHealth Score des Financial Health Network. Gleichzeitig stellt es den entwickelten SPED Risk Assessment-Fragebogen vor, der durch das ECDN gemeinsam mit der Anwaltskammer Perugia (Ordine) erarbeitet wurde. Dieser dient dazu, für Ratsuchende, aber auch für Berater:innen, ein Risikoprofil zu erstellen und unterstützt damit zugleich Multiplikator:innen in der sozialen Beratung. Das Radar zeigt sowohl bisherige Anwendungserfahrungen als auch mögliche zukünftige Einsatzgebiete auf.