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iff-Überschuldungsradar 2021/20

Von Lioba Kraft: Geflüchtete in der Schuldnerberatung – Rechtliche Rahmenbedingungen

Die fortlaufende Immigration von Menschen, die aus Kriegs- und Krisengebieten der ganzen Welt nach Deutschland geflüchtet sind und flüchten, stellt alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Die Geflüchteten selbst müssen sich in einem neuen Umfeld, mit einer neuen Sprache und einem komplexen Wirtschafts-, Arbeits- und Finanzsystem zurechtfinden, während Berater*innen aller Sparten in einem Bereich, in dem sich viele relevante Gesetzesgrundlagen überschneiden, den Überblick behalten müssen. Alltägliche Fragestellungen der Asylberechtigung, der Existenzsicherung, des Arbeitsmarktzugangs und der Gesundheitsversorgung verknüpfen Rechtsgrundlagen aus unterschiedlichen Gesetzen. So hängt bspw. der Anspruch des/der Einzelnen auf Sozialleistungen von seinem/ihrem jeweiligen Aufenthaltsstatus ab. Die zahlreichen seit dem Jahr 2015 beschlossenen Gesetzesänderungen und eine komplexe Rechtsprechung erschweren die Orientierung. In gebotener Kürze widmet sich der folgende Beitrag einem Überblick über die relevanten Regelungen bei der Beratung von Geflüchteten in der Schuldnerberatungspraxis.

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iff-Überschuldungsradar 2020/20

Von Dr. Sally Peters: Digitalisierung in der Schuldnerberatung: Wo stehen wir? – Praxis und Perspektiven

Der vorliegende Beitrag beleuchtet das Thema der Digitalisierung in der Schuldnerberatung aus der Perspektive der Sozialen Arbeit und gibt einen Einblick in den derzeitigen Stand von Praxis und Forschung. Die Beschäftigung mit dem Thema ist notwendig und zukunftsweisend und sollte daher Thema für Studium, Fortbildung, Praxis und Forschung sein. Stattdessen ist die Beschäftigung mit den Potenzialen der Digitalisierung im Feld der Schuldnerberatung derzeit kaum vorhanden bzw. nur äußerst zurückhaltend. Das überrascht angesichts der Tatsache, dass Digitalisierung auch die Zukunftsfähigkeit von sozialen Einrichtungen sichert.

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iff-Überschuldungsradar 2020/19

Von Maike Cohrs: Schuldnerberatung für ältere Menschen

Altersarmut ist für viele Menschen Realität. In der Schuldenberatung ergeben sich durch das hohe Alter dieser Zielgruppe besondere Anforderungen an die Beratungsstellen. Im aktuellen iff-Überschuldungsradar schreibt die Schulden- und Insolvenzberaterin Maike Cohrs über den Umgang mit älteren Menschen in der Beratung. Der Weg in die Schuldenberatung ist dann leider auch nicht immer selbstverständlich. Die Zielgruppe ist sich meist nicht über die Beratungsmöglichkeiten bewusst oder die Hemmschwelle ist zu groß. Oft werden Dritte auf die desolate Situation aufmerksam und stellen Kontakt zu den Beratungsstellen her. In vielen Städten und Kommunen erfolgt der Verweis an die Schuldnerberatung jedoch nur selten.

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iff-Überschuldungsradar 2020/18

Von Monika Tröster / Beate Bowien-Jansen / Dr. Ewelina Mania: Finanzielle Grundbildung – Eine gemeinsame Aufgabe von Erwachsenenbildung und Sozialer Arbeit

Im aktuellen Überschuldungsradar stellen Monika Tröster, Beate Bowien-Jansen und Dr. Ewelina Mania vom Deutsche Institut für Erwachsenenbildung das Projekt „Curriculum und Professionalisierung der Finanziellen Grundbildung – CurVe II“ vor. Der Umgang mit Geld ist eine der wichtigsten Fähigkeiten im Lebensalltag. So sehen das auch 85% der Bundesbürger. Um Finanzielle Grundbildung bzw. Financial Literacy zu fördern, beschäftigt sich das im Projekt mit der Konzeption von Ansätzen für Fachkräfte und Multiplikatoren, um Finanzielle Grundbildung professionell umsetzen zu können. Dabei wird auch der Zusammenhang zwischen Finanzieller Grundbildung und Überschuldung in den Blick genommen.

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iff-Überschuldungsradar 2020/17

Christian Hampl: Wegmarken der Entwicklung des Projektes Verbraucherbildung in Bayern

Bereits im Jahr 2012 trat das Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) an die vier geförderten Erwachsenenbildungsträger (Bayerischer Volkshochschulverband, Bildungswerk des Bayerischen Bauernverbandes, Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Erwachsenenbildungseinrichtungen, Katholische Erwachsenenbildung) mit dem klaren Ziel heran, Informationsangebote und Bildungsmöglichkeiten zur produkt- und anbieterunabhängigen präventiven Aufklärung für Verbraucherinnen und Verbraucher zu gestalten.

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iff-Überschuldungsradar 2019/16

Katharina Vogt: Verbraucherschutz – Auch für geflüchtete Menschen!

Katharina Vogt zeigt auf, wie relevant die Stärkung des Verbraucherschutzes für geflüchtete Personen ist und beschreibt als Ansatz die Kooperation von Verbraucher- und Flüchtlingsberatung. Eine Zusammenarbeit der Unterstützungsangebote kann helfen, dabei vorzubeugen, dass Geflüchtete aufgrund von Unwissen über ihre Verbraucherrechte oder die Strukturen der deutschen Gesellschaft in Konsumfallen geraten.

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iff-Überschuldungsradar 2019/15

Heiner Gutbrod u.a.: Peer-to-Peer-Ansatz im Präventionskonzept der Jugend-Schulden-Beratung Tübingen

Heiner Gutbrod berichtet von einem neuen Ansatz in der Präventionsarbeit der Jugend-Schulden Beratung Tübingen: Ehemals Überschuldete berichten von ihrer persönlichen Leidensgeschichte und wie sie es geschafft haben, die Schulden hinter sich zu lassen.
Es gelingt so einen emotionalen Anker zu setzen, der andere Ebenen anspricht als die reine Wissensvermittlung. Die Teilnehmer bekommen einen Eindruck, dass Fehler korrigierbar sind. Aus erster Hand wird aufgezeigt, dass eine Befreiung aus einer schwierigen, finanziellen Situation durch Geduld, Ausdauer und Unterstützung möglich ist.

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iff-Überschuldungsradar 2019/14

Dr. Jan-Ocko Heuer: Restschuldbefreiung – Wohin geht die Reise?

Am 16. Juli 2019 ist die „Restrukturierungsrichtlinie“ der Europäischen Union (EU) in Kraft getreten. Die EU-Mitgliedsstaaten haben nun zwei – bzw. in Ausnahmefällen drei – Jahre Zeit zur Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht. Wenngleich die Richtlinie vornehmlich die vorinsolvenzliche Sanierung und die Entschuldung insolventer Unternehmer regelt, so dürften die EU-Vorgaben auch zu einer Neuordnung der Entschuldung von insolventen Verbrauchern in Deutschland führen. Dieses iff-Überschuldungsradar skizziert die entschuldungsrechtlichen Vorschriften der Richtlinie und diskutiert die anstehende Umsetzung durch eine Reform der Restschuldbefreiung im deutschen Insolvenzrecht. In diesem Zusammenhang wird auch für eine partielle Neuausrichtung des deutschen Entschuldungsrechts plädiert.

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iff-Überschuldungsradar 2019/13

Dr. Kerstin Herzog: Nicht-Nutzung von Schuldenberatung

Wie bewerten Überschuldete das Angebot der Schuldnerberatung und warum nehmen sie diese Angebote möglicherweise nicht wahr? Hieraus lassen sich auf wertvolle Hinweise auf die Qualität der Schuldenberatung ziehen. Beratung aus Sicht der Betroffenen zu analysieren, ist ein wichtiger Schritt, um dem Nutzen von Beratung näher zu kommen und zu schauen, inwiefern das Beratungsangebot den tatsächlichen Bedarfen entspricht.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2019/12

Katharina Angermeier / Prof. Dr. Harald Ansen: Alltägliches Rechnen im Kontext von Überschuldung

Das 12. Schlaglicht zur Überschuldung von Katharina Angermeier (HAW Hamburg) und Prof. Dr. Harald Ansen (HAW Hamburg) in der Reihe des instituts für finanzdienstleistungen e.V. (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus stellt erste Erkenntnisse zu einem aktuellen Forschungsprojekt vor, das untersucht, wie Überschuldete mit alltäglichen mathematischen Anforderungen umgehen.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2019/11

Dr. Christoph Mattes: Ein Restschuldbefreiungsverfahren bald auch in der Schweiz?

Europa diskutiert derzeit über die Verkürzung der Laufzeit bis zu einer Erteilung der Restschuldbefreiung. Kaum beachtet wird dabei, dass es noch vereinzelte Länder ohne ein solches Verfahren gibt. Das 11. Schlaglicht zur Überschuldung von Dr. Christoph Mattes in der Reihe des instituts für finanzdienstleistungen e.V. (iff) beschäftigt sich mit der möglichen Einführung eines Restschuldbefreiungsverfahrens in der Schweiz.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2019/10

Brigitte Ommeln: Falsche Altersvorsorge führt in den Ruin

Das 10. Schlaglicht zur Überschuldung von Brigitte Ommeln in der Reihe des instituts für finanzdienstleistungen e.V. (iff) in Kooperation mit der Stiftung Deutschland im Plus beschäftigt sich mit der Altersabsicherung Selbstständiger. Ommeln stellt dabei fünf zentrale Aspekte rund um die finanzielle Altersabsicherung von Selbstständigen pointiert dar.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2018/9

Prof. Dr. Ulf Groth: Schuldnerberatung und sozialanwaltlicher Ansatz

Das 9. Schlaglicht zur Überschuldung von Prof. Dr. Ulf Groth beschäftigt sich mit einer überraschenden Ursache von Überschuldung – der nicht Inanspruchnahme sozialer Leistungen. Die meisten Überschuldeten sind überschuldet, weil sie zu wenig Einkommen haben, nicht, weil sie übermäßig hohe Ausgaben haben. Häufig ließe sich das auf einfache Weise ändern. „Den Haushalten wird dringend benötigtes Geld zum Überleben vorenthalten!“, sagt Groth.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2018/8

Sabine Broekmans: Fall L. – Ein Fallbeispiel der Schuldnerberatung

Frau Broekmans, Schuldnerberaterin beim Caritasverband Kempen-Viersen e.V., schildert die Überschuldungsgeschichte des 32 jährigen Schreiner L., Vater von einem 6 jährigen Sohn und einer 8 jährigen Tochter. Er geriet, wie die meisten Überschuldeten, ohne eigenes Verschulden in seine Situation.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2018/7

Prof. Dr. Hans Ebli: Fachlichkeit in der Schuldnerberatung

Besonders seit den 1990er Jahren mehren sich die Berichte aus der Praxis der Schuldnerberatung, in denen inadäquate Rahmenbedingungen und der Verlust von Fachlichkeit kritisiert und beklagt werden. Eine Reflexion des arbeitsfeldspezifischen Diskurses um Bestimmungen und Bedrohungen von Fachlichkeit hat deutliche Hinweise auf sich defizitäre Rahmenbedingungen der Schuldnerberatung, sich widersprechende Funktionszuweisungen und damit Begrenzungen der Schuldnerberater_innen in ihren Anstrengungen, nach fachlichen Kriterien zu handeln, ergeben. Je nach finanzieller und personeller Ausstattung und Beauftragungsund Organisationsstrukturen müssen die Berater_innen damit umgehen, dass sie fachlich nicht so handeln können, wie sie sollen und wollen.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2018/6

Dr. Christoph Mattes: Schuldnerberatung – mehr als nur Expertenberatung?

Bei aller Orientierung, die uns diesen Charme der Restschuldbefreiung bietet, tappt die Schuldnerberatung hinsichtlich ihres ursprünglichen Anliegens, das Problem Verschuldung ganzheitlich zu bearbeiten, inzwischen im Dunkeln und kommt über technokratische Abläufe der Insolvenzmaschinerie nicht mehr oder nur noch selten hinaus. Einem ganzheitlichen Anspruch gerecht zu werden und die Beratung bei Verschuldung wieder mehr als Soziale Arbeit zu sehen erfordert, den Betroffenen die Deutungshoheit der Ziele der Beratung zu überlassen, mit ihnen Möglichkeiten und Wege zu suchen, ihre Ziele zu erreichen um schließlich das zu ermöglichen was Beratung möchte: Zum eigenverantwortlichen Umgang mit Geld und Schulden zu befähigen.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2018/5

Rafael E. Huber: Verhaltensökonomische Erkenntnisse zu finanziellen Alltagsentscheidungen

„If you always do what you always did, you will always get what you always got“
Dieses Eingangszitat liest sich einleuchtend. Will ich mein Leben verändern, so muss ich meine Entscheidungen verändern. Im Kontext von Geld könnte man also sagen: Will ich Vermögen aufbauen, so muss ich ganz einfach so entscheiden, dass mehr Geld rein- als rausfliesst. Ist das wirklich so einfach? Wieso entscheiden wir uns eigentlich so wie wir uns entscheiden? Wie können wir bessere Finanzentscheidungen treffen? Mögliche Antworten auf diese Frage liefert die verhaltensökonomische Forschung der letzten Jahre. Mit der ernüchternden Schlussfolgerung: So einfach ist es leider doch nicht. Und dennoch: Vieles könnten wir besser machen.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2018/4

Birgit Vorberg: Forderungsinkasso gegenüber Verbrauchern: Der Gesetzgeber ist weiterhin dringend gefragt!

Nach langem Vorlauf konnte die iff Evaluation des Gesetzes gegen unlautere Geschäftspraktiken (GguG) nun abgeschlossen werden. Birgit Vorberg Expertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und Mitglied von Inkassowatch kommentiert in ihrem Überschuldungschlaglicht die Ergebnisse. Das Ziel des GuG Inkassokosten zu begrenzen und transparenter zu machen, wird in der Praxis ins Gegenteil verkehrt. „Der Markt der Inkassodienstleistungen gegenüber Verbrauchern hat sich so für manche Konzerne zu einem lukrativen Wirtschaftszweig entwickelt“, so Vorberg. Die Unternehmen machten sich die weiterhin bestehenden Regelungslücken und Unklarheiten zu Nutze. Der Gesetzgeber sei daher aufgerufen, endlich unmissverständliche Kostenbegrenzungen für die Ersatzpflicht des Verbrauchers in Bezug auf Inkassokosten zu schaffen und eine effektive Aufsicht zu installieren.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2018/3

Brigitte Ommeln: Wenn die soziale Absicherung zur Schuldenfalle wird

Die Abschaffung des Meisterzwangs und die Ich-AGs haben die Zahl der Kleinselbständigen enorm erhöht. Bei dieser Gruppe der armen Selbstständigen verschlingen Krankenkassenbeiträge einen Großteil ihrer Gewinne. Viele von ihnen sind daher von Überschuldung bedroht. Eine dieses Jahr in Kraft getretene Gesetzesreform, die Abhilfe schaffen sollte, geht an ihnen vorbei.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2018/2

Prof. Dr. Claus Richter: Anspruchsvoller Job, schlecht bezahlt und unsicher: Überschuldungsberater

Schuldenberatung ist ein noch relativ junges Arbeitsfeld. Ihre Bedeutung hat sie allerdings schon vielfach bewiesen. Die freigiebigere Kreditvergabe seit Anfang der 80er Jahre hatte viele private finanzielle Katastrophen verursacht. Mit der wirtschaftlichen Aufhellung in Deutschland ist Überschuldung von der politischen Agenda gefallen. Zu Unrecht, steigt die Zahl der Überschuldeten doch seit Jahren beständig an und hat mittlerweile jeden 10. Erwachsenen in Deutschland erreicht. Die nach wie vor bei weitem zu geringe Mittelausstattung für diese wichtige Einrichtung ist daher nicht nachvollziehbar.

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iff-Überschuldungsschlaglicht 2017/1

Frank Wiedenhaupt: Die Beratungslücke in der Schuldner- und Insolvenzberatung – Fehlende Beratung für Kleinst- und Kleinselbstständige

Wenn von überschuldeten Personen die Rede ist, denkt man zunächst an den Verbraucher. Er bezieht sein Einkommen aus Arbeitsentgelt, Sozialleistungen, Rente oder versucht mit der Kombination aus mehreren Einkommensquellen seinen privaten Haushalt zu finanzieren. Diesen Menschen steht ein öffentlich finaziertes schuldner- und insolvenzrechtliches Beratungsangebot zur Verfügung. Für Kleinst- und Kleinselbstständige, die ihr Einkommen aus wirtschaftlich selbstständiger Tätigkeit erzielen – gemeint sind hier aber nicht die freiberuflichen Tätigkeiten wie Rechtsanwälte oder Steuerberater, sondern die vielen kleinen Handwerker, Kiosk- und Ladenbetreiber sowie Freiberufler mit Dozententätigkeit – existiert eine solche Beratung nicht. Die Folgen sind fatal.

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